Der Schlüssel lag direkt neben der Schale für Münzen, als wäre er schon immer dort gewesen. Er war klein, etwas dunkel angelaufen und an einem Ring befestigt, der viel zu groß für ihn wirkte.
Niemand im Haus konnte sagen, zu welcher Tür er gehörte. Die Haustür war es nicht, der Keller auch nicht, und selbst die alten Schränke im Arbeitszimmer blieben verschlossen.
Erst am Nachmittag erinnerte sich der Vater an die frühere Wohnung der Großeltern. Dort hatte es einen kleinen Abstellraum gegeben, in dem Gartengeräte, Marmeladengläser und alte Zeitungen standen.
Der Schlüssel öffnete keine Tür mehr. Die Wohnung war längst verkauft, der Raum wahrscheinlich renoviert. Trotzdem erzählte er von einer Zeit, in der Besuche nicht angekündigt wurden und man immer etwas Selbstgemachtes mit nach Hause bekam.
Am Ende legten sie den Schlüssel nicht weg. Er blieb auf der Ablage, nicht als Rätsel, sondern als kleiner Anker. Ein Gegenstand, der nichts mehr öffnete und trotzdem etwas zugänglich machte.
Manchmal genügt ein Ding ohne Funktion, um an Menschen zu denken, die einem einmal eine Form von Zuhause gegeben haben.


